Landesverband Rheinland-Pfalz

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Verbraucherpolitik ist Seniorenpolitik

Umso wichtiger ist es, ältere Verbraucher als souveräne Marktteilnehmer zu stärken. Für die Union ist und bleibt Verbraucherpolitik auch Seniorenpolitik. Unser Leitbild des mündigen und gut informierten Verbrauchers kennt keine Altersbegrenzung – es gilt, die digitale, sprachliche und finanzielle Spaltung der Generationen zu überwinden. Qualifizierte und leicht verständliche Information und die einfache Handhabung von Produkten sind eine Bringschuld der Wirtschaft für ältere Verbraucher. Senioren wollen ernst genommen werden, sie brauchen Produkte, die sie nicht stigmatisieren, sondern ihnen den Alltag erleichtern.

Der Dialog zwischen Verbrauchern und Wirtschaft muss deshalb weiter intensiviert werden. Dabei gilt es, die Unternehmen zu ermuntern, stärker die Kompetenzen und Erfahrungen älterer Menschen in Entwicklungsprozesse einzubinden. Dabei liegen die Vorteile auch für die Wirtschaft auf der Hand: Durch gestärkte Mitgestaltungsmöglichkeiten älterer Menschen können Fehlinvestitionen minimiert werden. Mit „intelligenten“, an den Bedürfnissen Älterer ausgerichteten Produkten und Dienstleistungen bieten sich zudem Chancen, die Lebensqualität älterer Menschen zu steigern und nicht nur eine kaufkräftige, sondern auch eine generationsübergreifende Kundschaft zu gewinnen. Mit Hilfe des Projektes „Wirtschaftsfaktor Alter“ wurden erste Impulse des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundeswirtschaftsministeriums hin zu einer stärkeren Gewichtung von Senioren im Wirtschaftsalltag gesetzt. Diese Bemühungen müssen fortgeführt und ausgeweitet werden.

  • Wegeweiser und Gütesiegel: Wir streben eindeutig formulierte und klar erkennbare Wegweiser, Warnhinweise und Produktbeschriftungen an. Einfache Bedienung bei Geräten und gut lesbare Gebrauchsanweisungen sollten selbstverständlich sein. Dabei könnten seniorenfreundliche und damit nutzerfreundliche Gütesiegel ein Anstoß für Unternehmen sein, Produkte und Dienstleistungen seniorengerecht zu gestalten. Dies würde zugleich die Marktchancen ihrer Angebote im Wettbewerb steigern. Umgekehrt müssen vorhandene seniorengerechte Produkte und Dienstleistungen besser bekannt gemacht werden, um eine größere Verbreitung zu gewährleisten. Hier müssen die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen eine ihrer Bedeutung angemessene Rolle spielen.
  • Mindestschriftgrößen: Wir appellieren an Unternehmen, die Beschriftung auf Verpackungen deutlich lesbar zu gestalten und alle Produkte mit leserlichen Mindestschriftgrößen zu kennzeichnen. Auch im Internet müssen Schriftgrößen verstellbar sein: Jedes Unternehmen sollte auf seiner Internetseite auf eine barrierefreie Lesbarkeit achten.
  • Internetsicherheit: Das Internet wird immer häufiger von älteren Menschen genutzt. Wie in anderen Alltagsbereichen auch, versuchen hier schwarze Schafe die Unerfahrenheit gerade älterer Menschen auszunutzen.Unübersichtliche Seiten mit versteckten Kosten- und Abofallen sowie angeblich lukrative Gewinnspiele - die Liste der Probleme ist lang. Umso wichtiger ist es, Kostenfallen im Netz zu minimieren. Ein verpflichtendes Bestätigungsfeld vor jedem Internet- Vertragsabschluss kann gerade älteren Menschen im Umgang mit dem Medium helfen und sie vor bösen Überraschungen schützen.
  • Kredit- und Versicherungsgeschäfte mit flexiblen Altersbegrenzungen - Kreditgeschäfte dürfen keine Frage des Alters sein: Wir appellieren deshalb an Banken und Sparkassen, ältere Verbraucher nicht von finanziellen Geschäften auszugrenzen. Gerade in einer alternden Gesellschaft müssen wir auf die finanzielle Flexibilität von Senioren setzen: Wer sich mit 60 Jahren noch einmal beruflich umorientieren will, darf nicht bei der Kreditfrage vor unüberbrückbare Hürden gestellt werden. Gerade selbständig Tätige gehen selten regulär in Rente. Auch im Versicherungssektor muss nachgebessert und die Vertragsbedingungen an den demographischen Wandel angepasst werden. Senioren müssen Verträge abschließen oder Kredite aufnehmen können, sofern die gesundheitlichen und finanziellen Vorrausetzungen dies zulassen.
  • Verständliche Sprache fördern – Einflussnahme der Bundesregierung: Es gilt, die Einflussnahme der Bundesregierung als Anteilseigner, Genehmigungsbehörde oder Investor, eine durchgehende – nicht notwendigerweise ausschließliche – Verwendung der deutschen Sprache, etwa in Beschilderungen, Leitsystemen usw. zu gewährleisten. In Flughäfen und Bahnhöfen ist Deutsch mittlerweile Randsprache geworden. Es ist sinnvoll, Flug- und Fahrthinweise auf einem internationalen Verkehrsdrehkreuz zusätzlich auch in englischer Sprache anzubringen. Unverständlich und unzumutbar ist es für viele Einheimische aber, dass inzwischen ausschließlich in Englisch beschriftet oder beworben wird. Wir appellieren ebenso an die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, dass Gebrauchs- oder Betriebsanleitungen, Bedienelemente sowie die Garantiebedingungen eines Produkts auch in deutscher Sprache zu finden sind. Dies soll ebenso für alle schriftlichen Dokumente wie Rechnungen, Verträge, Formulare, etc. gelten. Den Vorbildcharakter der Bundesregierung gilt es dabei noch stärker zu nutzen: Gesetzestexte, Verlautbarungen, eigene Werbekampagnen der Bundesregierung, Veröffentlichungen aller Art und die weitergehende Kommunikation mit den Bürgern sollen in verständlicher deutscher Sprache abgefasst sein.
  • Ausbau der Dienstleistung für Seniorinnen und Senioren: Gerade Senioren sind auf eine haushaltsnahe Versorgung mit Gütern ihres täglichen Lebens angewiesen. Umso stärker sind sie von Filialschließungen in strukturschwachen Regionen betroffen. Wir appellieren deshalb an den deutschen Einzelhandel und die deutsche Wirtschaft, die flächendeckenden Angebote weiter beizubehalten. Wer in seiner Mobilität eingeschränkt ist, muss zudem Alternativen haben: Einkäufe mit Lieferung nach Hause zeigen, wie es funktionieren kann. Nicht nur ältere Menschen profitieren von dieser Dienstleistung, auch Schwangere oder kranke Menschen werden verstärkt solche Angebote in Anspruch nehmen.
  • Ausbau der Beratungsstellen für Seniorinnen und Senioren: Verbraucherkompetenz ist der beste Verbraucherschutz. Umso wichtiger ist eine flächendeckende Aufklärung und Beratung für ältere Konsumenten durch die Verbraucherzentralen. Was durch eine Vielzahl an Ratgebern z.B. im Pflegebereich schon Alltag ist, muss auch auf andere Bereiche übergreifen. Haustürgeschäfte, unseriöse Angebote auf so genannten Kaffeefahrten, unerlaubte Telefonwerbung oder Internet-Abzocke, viele – gerade ältere Verbraucher – wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Gegen belästigende Telefonwerbung haben wir gesetzlich nachgebessert mit einem Maßnahmenbündel von Bußgelderhöhung, Verbot der Rufnummernunterdrückung, Erweiterung der Widerrufsrechte und schriftlicher Bestätigung. Dennoch wird es immer schwarze Schafe geben, und die Verunsicherung unter den Senioren ist groß. Weite Anfahrtswege zu den Verbraucherzentralen sind dabei gerade für ältere Menschen nur schwer zu bewerkstelligen. Umso wichtiger ist der Ausbau einer flächendeckenden seniorenfreundlichen Verbraucherberatung durch die Verbraucherzentralen der Länder. Es gilt, mobile Beratungsstellen in ländlichen Räumen und Ratgeberbroschüren für Verbraucherprobleme bereitzustellen und entsprechend zu finanzieren. Hier sind die Bundesländer gefragt.

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